Heilung bedeutet irgendwann auch Verantwortung

Irgendwann müssen wir uns entscheiden, ob wir unser Leben weiterhin aus Wunden heraus gestalten oder aus Verantwortung

Ich glaube wir Millenials verkörpern ein Phänomen.

Wir sind alt genug für Rückenschmerzen, Steuern, Kinder und CEO-Positionen, aber gleichzeitig immer noch denken: „Warum hat der Typ an der Kasse mich eigentlich gesiezt? Ich bin doch kaum älter als 23…“

Cycle-Breakerin

Unsere Generation hat angefangen aufzuarbeiten. Dinge auf den Tisch zu bringen (natürlich immer schön brav und ohne zu viel Wirbel zu machen), die weder die Nachkriegsgeneration, noch unsere Elterngeneration überhaupt benannt haben. Wir haben angefangen offen über transgenerationale Traumata zu sprechen, haben erkannt dass unsere Eltern emotional unreif sind, das Thema der Nervensysteme auf den Tisch zu packen und das innere Kind zu benennen.

Wir nennen uns Cycle-Breakerinnen, und das ist super wichtig.

Aber manchmal frage ich mich, ob wir dabei Gefahr laufen, für immer die Kinder unserer Kindheit zu bleiben.

Natürlich prägt uns unsere Kindheit immens und ich bin der größte Fan von innerer Kind Arbeit. Aber ich beobachte es immer wieder, dass wir in unserem Wunsch als „Cycle-Breaker“-Mamas unsere eigenen Themen zwar sehen, unsere eigenen Eltern dann aber intensiver analysieren, als uns selbst.

Und ich verstehe das! Wenn man Erklärungen oder Namen für etwas findet, dann kann das kurzfristig entlasten. Es kann auch sehr befriedigend sein, die Wut zuzulassen und jemandem die Schuld zu geben. Aber langfristig werden wir nur Zufriedenheit und unser eigenes Glück finden, wenn wir anfangen Verantwortung zu übernehmen.

Wir müssen unsere Eltern nicht reparieren, wir dürfen uns entscheiden. Denn es bringt nichts, ständig im Groll zu sein, oder sich immer wieder darüber zu ärgern, was in unserer Kindheit schief gelaufen ist.

Denn Schuld allein heilt nichts.

Wir dürfen uns an einem Punkt in unserem Leben entscheiden, wie wir mit unserer Kindheit, unseren Themen, etwaigen Traumata und unseren Eltern umgehen.

Wir dürfen ankommen, wir dürfen unser zuhause in uns selbst finden. Wenn du dir über deine Themen bewusst wirst und sie angehen möchtest, dann kämpfst du für dich und dein inneres Kind.

Gespräche mit unseren eigenen Eltern, lösen vor allem Trotz und Abwehr aus. Vielleicht auch, weil ihre eigenen Nervensysteme nie das Gefühl von Sicherheit gelernt haben.

Was wir mit uns tragen

Im Human Design wird von Konditionierungen gesprochen. Verhaltensweisen die wir unbewusst übernommen haben, ohne uns dafür entschieden zu haben, ob sie überhaupt zu uns gehören.
Dies gepaart mit familiären, freundschaftlichen oder gesellschaftlichen Konditionierungen hat massiven Einfluss darauf, wie wir mit Erwartungen, Anpassungen, Leistungsdruck und Rollenbildern umgehen. Es hat Einfluss darauf wie wir lieben, funktionieren oder auf das Leben reagieren.

Vieles davon tragen wir nicht nur aus unserer Kindheit in uns, sondern aus ganzen Generationen vor uns.

Und wenn wir uns darüber bewusst werden, was sich alles über unsere wahre Essenz gelegt hat, dann fangen wir an zu verstehen, wer wir eigentlich sind. Und lernen zu unterscheiden, was wir viel zu lange mitgetragen haben, obwohl es in Wirklichkeit garnicht zu uns gehört.

Wir als Mütter

Wenn wir selbst Mutter werden, kommen nochmal ganz andere Themen bei uns hoch. Wir wollten es ja eigentlich besser machen, aber dann reagieren wir „genauso wie unsere Mutter“, obwohl wir genau das eigentlich nicht wollten. Unsere Sensibilität wird in unserer eigenen Mutterschaft nochmal ganz neu auf die Probe gestellt.

Hinzu kommen Fragen nach unserer eigenen Identität, Feminismus, Patriarchat und ein kleines Kind, welches völlig hemmungslos, das rausschreit, was wir uns nie getraut haben.

Viele Frauen unserer Generation versuchen ihre Kindheit rückwirkend zu reparieren, während sie gleichzeitig Kinder großziehen.

Zwischen Mental Load, Karriere, gesunder Ernährung, Selbstoptimierung und der absurden Frage, ob wir jetzt wirklich Kollagen brauchen, versuchen viele Frauen einfach nur irgendwie durch den Tag zu kommen.

DAS IST VERDAMMT VIEL.

Und viele Mamas die ich begleite, sind einfach nur erschöpft.

Heilung beginnt manchmal genau dort:

Nicht im endlosen Analysieren der Vergangenheit, sondern im bewussten Verstehen unserer eigenen Muster. Du brauchst keine perfekte Erklärung für deinen Verstand, du brauchst die Annahme für deinen Körper

Deine Wega

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