Woman Down – Warum überforderte Mamas Dark Romance lieben

und was das mit deinem Nervensystem zu tun hat
(Ohne Spoiler)

„Hat er gerade nicht gesagt”,

dachte ich empört und mehr als leicht errötend, als ich das Buch eigentlich weglegen wollte.

Meine gewohnte Schlafenszeit von 22:22 Uhr hatte ich längst überschritten. Und obwohl ich so erschöpft war, die Kinder schliefen endlich und ich wusste, dass der Wecker morgen früh klingeln würde, konnte ich mich kaum lösen. Von dieser Story, von Petra und Saint, von einer Geschichte, die so weit weg von meiner Realität ist und dann wieder unendlich nah.

Kennst du das? Dieses Gefühl, in einer Geschichte zu versinken, weil sie dir etwas gibt, das du im Alltag gerade nicht findest?

Das Buch

Woman Down von Colleen Hoover wird als „Romantic Thriller” eingeordnet, hat für mich aber starke Dark-Romance-Vibes.

Im Mittelpunkt steht Bestseller-Autorin Petra Rose. Nach einer gefloppten Buchverfilmung wird sie zunächst öffentlich diffamiert und zerrissen, dann trifft sie ein massiver Online-Shitstorm. Jetzt, ein Jahr später, muss sie ihrem Verlag einen neuen Roman vorlegen, aber sie steckt in einer tiefen Schreibblockade und in einer noch tieferen emotionalen Erschöpfung.

Sie zieht sich in eine Hütte am See zurück, so wie immer, um in Ruhe schreiben zu können.

Wie passend, dass nach einem mysteriösen und tragischen Unfall nahe der Hütte, mitten in der Nacht, ein Cop vor ihrer Tür steht, der ihrem erdachten Hauptprotagonisten wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Sie ist sofort Feuer und Flamme. Er wird ihre neue Muse: Nathaniel Saint.

Das Problem? Er ist verheiratet. Genau wie der Protagonist aus ihrem Buch. Und Petra erfährt jetzt am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, in einer Dreiecksbeziehung zu sein. Für ihr Manuskript reines Gold. Für Petra selbst so viel mehr.

Warum fühlt sich dieser Mann wie ein Nervensystem-Reset an?

Saint holt Petra allein durch sein bloßes Auftreten aus ihrer Schreibblockade. Es ist aufregend, düster, verboten und heiß. Ihr ersehnter Wunsch nach echtem Erleben erfüllt sich plötzlich.

Petra übernimmt die Rolle ihrer Hauptprotagonistin und Saint die des Protagonisten. Dadurch, dass sie in eine andere Rolle schlüpft, traut sie sich Dinge, die in ihrem wahren Leben Grenzen überschritten hätten. Sie will Erfahrungen sammeln, um möglichst authentisch zu schreiben.

„Er soll sie retten. Aber seine Nähe bedroht alles, was sie hat.”

Erkennst du dich darin? Nicht in der Schreibblockade, sondern in diesem Gefühl, irgendwie nicht mehr ganz bei dir zu sein? Das ständige Funktionieren, das Tragen des ganzen Familiensystems, zu viele Gefühle, zu viele Erwartungen, zu wenig Zeit für dich allein?

Petra spiegelt vielleicht, was du schon lange vermisst.

Human Design: Wer sind Petra und Saint wirklich?

Human Design ist ein System, das beschreibt, wie wir Energie verarbeiten und Entscheidungen treffen. Petra Rose ist darin ein regelrechtes Lehrstück.

Für diejenigen, die Human Design noch nicht kennen: Es geht dabei nicht darum, wer du sein sollst, sondern darum, wie du wirklich funktionierst. Die sogenannten Zentren zeigen, wo du Energie erzeugst und wo du sie aufnimmst.

Petra Rose: Sakrale Generatorin 5/2

Für mich ist Petra Rose eine sakrale Generatorin mit dem Profil 5/2.

Als Generatorin reagiert sie aus dem Bauch heraus auf das Leben. Das zeichnet das definierte Sakralzentrum aus. Das Sakral ist wie ein Lagerfeuer, das nie ganz erlischt. Eine kleine Flamme brennt immer, aber sie beginnt richtig zu lodern, wenn Petra mit einem tiefen „Ja” auf etwas reagiert. In diesem Fall: auf Saint.

Ihr Sakralzentrum lodert regelrecht auf. Sie kann stundenlang vertieft an ihrem Manuskript arbeiten, in vollster Zufriedenheit, manchmal schläft sie noch tippend ein. Denn genau so funktioniert das Sakral: Es hat einen eingebauten Stopp-Knopf. Wenn genug geleistet ist, kommt das Einschlafen von selbst. Petra liebt genau dieses Gefühl.

Ihre Reaktion auf den Shitstorm zeigt dagegen deutlich, wie sich ein undefiniertes Emotionszentrum anfühlen kann. Sie nimmt alle Gefühle auf, kann sie nicht einfach abprallen lassen. Sie ist feinfühlig, tendenziell hochsensibel, und ihr Nervensystem macht irgendwann einfach dicht.

Hier siehst du eine Human-Design Chart zur Orientierung:

Wenn die Kästen eingefärbt sind, handelt es sich um die definierten Zentren und die weißen Kästen sind die undefinierten Zentren

Besonders deutlich zeigt sich in der Krise auch ihr Profil 5/2: Die 5. Linie schürt immer eine gewisse Erwartungshaltung von außen. Petra wird schnell zur Projektionsfläche, für Leserinnen, für Kritiker, für die Öffentlichkeit. Grundsätzlich ist sie bereit, für ihre Bücher ins Rampenlicht zu gehen, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Sie möchte selbst entscheiden, mit wem sie in Kontakt tritt und wann sie genug von sich geteilt hat.

Im Rückzug der 2. Linie entfaltet sich ihr Naturtalent. Die 2. Linie trägt unheimlich viele Talente in sich, die sich jedoch nur dann voll entfalten, wenn sie sich zurückzieht. Diesen Rückzug nimmt sich Petra, indem sie sich für ihre Schreibprozesse regelmäßig in einsame Hütten zurückzieht.

Der öffentliche Druck, die hohe Erwartungshaltung und das scheinbare Versagen treiben sie tief in diesen Rückzug. Sie meldet sich nicht mehr in der Öffentlichkeit, nicht mehr bei ihren Fans. Bis Saint auftaucht.

Nathaniel Saint: Projektor 3/5 mit Milz-Autorität

Saint ist für mich ein Projektor mit dem Profil 3/5 und der Milz-Autorität.

Projektoren sehen andere Menschen auf eine besondere Art, ganz und gar, mit all ihren Gefühlen und Bedürfnissen. Genau das tut Saint mit Petra. Er ist keine Lösung für sie. Er ist ihre Aktivierung.

Auch Saint trägt die 5. Linie im Profil, jedoch auf der unbewussten Körperseite. Petra hat eine unbewusste Erwartungshaltung an ihn und projiziert ihren Romanhelden ganz bewusst auf ihn. Die 3. Linie erklärt sich durch sein Einlassen auf die verschiedensten Situationen und Gegebenheiten. Er entscheidet im Moment, seiner Milz-Autorität folgend.

Saint löst in Petra ein ganz besonderes Gefühl aus. Es ist nicht die Aufregung. Es ist nicht das Verbotene. Und es ist auch nicht der heiße Cop vor ihrer Tür…

Es ist das Gefühl gesehen zu werden.

Saint sieht Petra, bevor sie selbst wieder zu sich findet. Er spiegelt ihr, dass da noch mehr ist als die erschöpfte Frau, die nur noch funktioniert. Und genau das lässt sie aufleben.

Wir Menschen, besonders hochsensible Frauen, verkümmern nicht an zu wenig Schlaf oder zu vollen Terminkalendern. Wir verlieren uns daran, dass uns niemand wirklich sieht. Nicht mal wir selbst.

Saint ist keine Flucht, er ist ein Spiegel.

Vielleicht bist du auch gerade Petra

Du musst keine Thriller-Autorin sein, um dich wie Petra zu fühlen.

Das ständige Funktionieren. Das Tragen des ganzen Familiensystems. Vielleicht überfordert dich das Mama-Sein gerade, vielleicht sind die Gefühle, die du täglich begleitest, einfach zu viel für dein System. Zu viele Termine, zu viele Erwartungen, zu wenig Zeit, in der du einfach du bist.

Und dann kommt ein Moment, oder ein Buch, das dir zeigt, wie sehr du die Lebendigkeit vermisst.

Diese Bücher können eine Brücke sein. Sie regulieren dein Nervensystem, pieksen Gefühle an und können als kleiner Reset funktionieren, mitten im Mama-Alltag. Das ist kein Eskapismus. Das ist Selbstfürsorge.

Und du?

Welche Geschichte reguliert gerade dein Nervensystem?

Schreib es mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich wirklich darauf zu hören, welche Bücher euch gerade begleiten.

Und wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass du dich in Petra wiedererkennst, nicht in der Schreibblockade, sondern in diesem Gefühl, irgendwie nicht mehr ganz bei dir zu sein, dann ist das vielleicht ein Zeichen.

Human Design kann dir zeigen, warum du Energie verlierst, wo dein Nervensystem besonders sensibel ist und was du wirklich brauchst, um wieder lebendig zu werden. Nicht als weiteres System, das du beherrschen musst. Sondern als Spiegel.

Oder schreib mir einfach. Manchmal reicht schon ein Gespräch.

Zurück zu dir. Hin zu euch.

Deine Wega

Achtung: Dieses Buch enthält eine Dreiecksbeziehung, emotionale Manipulation und explizite Szenen. Bitte lies achtsam.

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