FairySmut & Energy Types
Warum Romantasy so viel mehr ist als Eskapismus
„Ich bin der Felsen, an dem die Brandung zerschellt. Nichts kann mich brechen.“
Gwyn - ACOSF
Warum so viele Mamas nur noch funktionieren
Die meisten Mütter sind im Alltag an ihrer Belastungsgrenze.
Sie organisieren, regulieren, performen auf der Arbeit und jonglieren den Alltag, die Care-Arbeit und den Kuchen-Basar in der Schule.
Dieser sogenannte Mental Load findet, wie es schon der Name sagt, mental statt. Wir sind so in unseren Gedanken und unserem Kopf gefangen, dass wir den Rest von uns nur noch sehr wenig spüren.
Wir haben gelernt unser Leben aus dem Verstand heraus zu führen und haben Kinder bekommen, die uns zeigen, dass unser System so nicht mehr funktioniert. Unsere kleinen, starken, sensiblen Kinder schreien raus, was wir nie durften.
Und wir versuchen es zu halten, ohne gelernt zu haben, wie das gehen soll.
Es ist zu viel.
Und die meisten Mütter funktionieren im Alltag mehr, als dass sie ihn erleben.
Wie sollen wir auch selbst unseren Gefühlen Raum geben, wenn wir den halben Tag die Gefühle unser Kinder begleiten?
Und nein, dass liegt nicht an dir und auch nicht an deinem Kind, denn du bist nicht falsch, sondern einfach überlastet von einem System, dass nicht für Familien gedacht ist.
Wenn kein Raum mehr für deine eigenen Gefühle bleibt
Wir wollen es für unsere Kinder besser, sie sollen ihre Gefühle leben dürfen. Was für die meisten Mütter bedeutet, sich ständig weiterzubilden, wie es denn klappen könnte starke Gefühle zu begleiten. Es folgt ein Erziehungsratgeber nach dem anderen, hier noch eine Podcast-Folge und „die auf Instagram“ macht auch ganz tollen Content.
All das erfordert Zeit und starke Nerven. Und ganz ehrlich, die haben wir meistens nicht, es bleibt keine Zeit, dich mit deinen eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen.
Also machen wir „braven, folgsamen und stillen“ Töchter, genauso als Mütter weiter, wie wir es selbst nie für unsere Kinder wollten.
Wir machen dicht, wir funktionieren und verlieren Stück für Stück mehr den Zugang zu unserem Körper.
„I wish someone told me this sooner… The greatest mental health hack is to stop reading self help books and start reading faerie smut.“ @abookishboymom
Warum so viele Frauen “heimlich” Romantasy lesen
Viele Frauen und Mamas haben ihr Guilty Pleasure in Romantasy Romanen gefunden. (Auf Booktok ist mittlerweile eine große, wunderbare Frauen-Community entstanden)
Ich lese Fantasy und Romance mittlerweile seit 20 Jahren, da hießen sie noch „Groschen-Romane“ und „Schund-Literatur“, aber auch da wurden sie schon von (Haus)-Frauen gelesen.
Und das hat einen Grund!
Diese Bücher wurden/werden von Frauen geschrieben, es ist Female Empowerment in Perfektion. Deswegen wurden/werden sie auch von patriarchalen Strukturen als „Schund, Softp*rn oder Kitsch“ betitelt.
Es wertet diese Romane ab, die Frauen ins Fühlen bringen.
Romantasy schafft einen emotional sicheren Raum für Frauen, in denen unserer Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Es ist die Kombination aus intensiven Liebesgeschichten und fantastischen Welten, in denen man (oftmals in Buchreihen) ganz tief eintauchen kann. Die Geschichten ermöglichen es uns, sich unseren Sehnsüchten, Ängsten und womöglich mal moralischen Grauzonen zu stellen, und sie in einem sicheren fiktionalen Kontext zu erleben und zu spüren.
Sie geben uns ein Stück von der Frau zurück, die wir waren, bevor wir Mütter wurden.
Was diese Geschichten in uns berühren
Es sind die starken Protagonistinnen.
Sie kämpfen für das Leben und sich selbst, sie führen mit Liebe, sie sind stark und gleichzeitig verletzlich, sie sind hart und weich zugleich.
Und sie ordnen sich nicht unter (außer in bestimmten Situationen ;))!
Ihre Männer lassen sie nicht für sie arbeiten, ruhen sich nicht auf ihren Schultern aus, sie haben keine Angst vor deren Stärke, nein sie bewundern sie dafür.
Sie kämpfen Seite an Seite und zeigen, wie Bewunderung, Achtung und Würde in der Partnerschaft aussehen kann.
Und schlussendlich wissen wir, dass es irgendwie gut ausgeht, egal wie düster der Weg dahin auch sein mag.
Ich will wissen wie die Geschichte weitergeht. Ich freue mich schon morgens darauf, abends im Bett zu lesen, „nur noch ein Kapitel“, denke ich schmunzelnd, weil es mich an meine Kinder erinnert und ich aber erwachsen bin und einfach weiterlesen kann… bis es viel zu spät ist und mir die Augen schon fast zu fallen.
Als Mama von 3 Kindern habe ich nicht unendlich viel Zeit zu lesen, höre aber mittlerweile vermehrt Hörbücher, die das Wäsche zusammenlegen plötzlich zu einer meiner Lieblingsaufgaben haben werden lassen.
Romantasy ist kein Eskapismus
Romantasy ist kein Eskapismus, es ist Female-Empowerment.
Die Fantasiewelt, die darin geschaffen wird, in die wir so gerne eintauchen, ist keine Flucht aus dem Alltag.
Es ist das eintauchen in unseren Körper, in unsere Gefühle.
Ich selbst weine garnicht/ fast nie (ein Thema an dem ich arbeite), auch weil ich so viel halte im Alltag. Dabei ist es so wichtig zu fühlen, um aus dem Verstand in den Körper zu kommen.
Aber ich schaffe es im Alltag garnicht mich soweit mit mir auseinander zu setzen, dass ich das integrieren könnte.
Die Bücher sind eine Brücke, eine Brücke vom Kopf in den Körper, denn sie rütteln an meinem System, ohne meine eigenen Themen zu sehr aufzuwühlen.
Denn wir müssen nicht jeden Tag an uns und unseren Themen arbeiten, weil wir Leichtigkeit verdient haben, wir wollen Spaß, Freude und Spannung im Alltag und weniger Gemecker und Reibereien.
Und Bücher schaffen genau das! Sie lassen mich Fühlen! Da kann ich weinen, trauern, lachen, bangen und mich inspirieren lassen… und meinen Körper spüren und fühlen lassen, dass entlastet mein überreiztes Nervensystem und schafft Entspannung und Leichtigkeit für meinen Alltag als Mutter.
Und das kannst du auch, denn wenn du langsam und leise anfängst, deinen Körper wieder mehr zu spüren, dann kannst du auch Stück für Stück an deine eigenen Themen herankommen.
Du darfst dich selbst wieder spüren, ohne das Ziel zu haben eine noch bessere Mama werden zu müssen.
Denn du kommst zuerst, damit du den Rest auch stabil tragen kannst.
Warum Lesen dich zurück in deinen Körper bringt
Lesen wirkt sich nachweislich positiv auf unser Nervensystem aus, indem es das Stresslevel signifikant sinken lässt. Bereits kurze Lesezeiten können dabei helfen, den Alltagsstress abzubauen und dich auch kurzweilig aus dem sorgenvollen Gedanken-Kraussel rauszuholen, was sehr entspannend ist.
Was Bücher schaffen ist, dass wir in andere Perspektiven und Lebensrealitäten eintauchen können, was die Empathie fördert.
Wir fühlen beim lesen, ohne etwas dabei erledigen zu müssen.
Lesen erlaubt es uns bedingungslos zu fühlen, in unserem Körper und unserem Geist.
Was das mit dir als Mama zu tun hat
Ich merke beim Lesen immer wieder, wie leicht es mir fällt, mich in diese Charaktere einzufühlen. Ich verstehe, warum sie so handeln. Warum sie kämpfen oder sie sich zurückziehen.
Und ganz automatisch fange ich an, sie einzuordnen…
in ihre Energie.
in ihre Muster.
Und genau das ist das, was ich auch im echten Leben mache: mit Human Design.
Denn Human Design schafft Verständnis, für uns und für unsere Kinder. Wir hören auf unsere Kinder zu bewerten, und fangen an sie zu verstehen.
Als Mama hast du mit Sicherheit Situationen, wo du „betriebsblind“ bist, was deine Kinder angeht. Sie sind häufig so ganz anders, als wir erwartet hätten und wir müssen versuchen uns auf sie einzustellen, was bestimmt weniger herausfordernd wäre, wenn wir nicht noch so viel zu tun hätten.
Es ist für mich im Alltag, durch Human Design, auf einmal leichter zu akzeptieren, dass mein Kind mit dem „Einzelkämpfer-Kanal“ und dem Profil 1/3, seine Kämpfe lautstark bestreitet, denn ich habe schon “über ihn” gelesen, wie stark er werden kann. Und weiß, dass ich mir keine Sorgen machen muss, denn er wird hervorragend klar kommen.
Ich kann mich in eine Protagonistin besonders gut reinfühlen, weil sie so viele Aspekte meiner Persönlichkeit verkörpert, und plötzlich sehe ich eine andere Lebensrealität und kann meinen eigenen Horizont erweitern, was sich direkt auf mein Leben auswirkt.
FairySmut & Energy Types
Ich weiß, wie schwer und theoretisch die ganzen Human Design Begriffe sein können, deswegen habe ich jetzt eine neue Reihe auf Instagram die „FairySmut & Energy Types“ heißt, dort nehme ich unsere liebsten Roman-Figuren, ordne sie ihrem Typ zu und übersetze das in euren Familien-Alltag.
Ich werde mit den Archeron-Schwestern aus der Acotar-Reihe starten.
Drei Schwestern. Drei völlig unterschiedliche Energien.
Und genau so fühlt sich Familie im echten Leben an.
Ich lese nicht, um zu fliehen, ich lese um zu fühlen.