Selbstliebe

Ein weiteres To-Do?

Selbstliebe

Etwas, das unser Geburtsrecht sein sollte und heute zu einem weiteren Punkt auf unserer eh schon ellenlangen Liste an Dingen geworden ist, an denen wir arbeiten müssensollenwollen.

Vielleicht beginnt Selbstliebe genau dann, wenn wir aufhören, uns dafür zu verurteilen, dass wir müde sind. Oder wenn wir anfangen, unsere intensiven Gedanken nicht als Grübeleien zu bezeichnen, sondern sie als Tiefe zu akzeptieren. Dein hemmungsloses Lachen nicht zu unterdrücken, weil es nicht “lady like” ist.

Denn Selbstliebe bedeutet nicht, dass du dich selbst „im Griff“ haben musst.

Wenn Selbstfürsorge zur Belastung wird

Womöglich bist du schon an dem Punkt, an dem du dich mit Achtsamkeit auseinandergesetzt hast?

Du kennst die Tools, fühlst dich aber eher gestresst von dem Gedanken, dir Zeit für dich zu nehmen. Oder du planst dir Zeit für dich selbst ein und dann kommen die Kinder und das alltägliche Leben dazwischen. Und plötzlich schwebt das Thema Selbstfürsorge wie ein Damoklesschwert über dir und wird Stück für Stück zur Belastung.

Dieser zusätzliche Druck sorgt dafür, dass du wütend wirst, wenn dein Kind deine Me-Time crasht. Du wirst unfair deinem Kind gegenüber und gerätst in eine selbstzerstörerische Spirale. Du verurteilst dich dafür, nicht geduldiger gewesen zu sein.

Und plötzlich wird dein Bedürfnis nach Rückzug zu etwas, wofür du dich verurteilst, im schlimmsten Fall sogar schämst.

Denn „andere“ brauchen scheinbar nie Pause.

Das Problem mit dem “lernen” von Selbstliebe

Die Welt, soziale Medien und Bücher suggerieren, dass es ein Rezept oder eine Anleitung gäbe. Oder den einen richtigen Weg.

„Du musst so mit dir sprechen, wie mit deiner besten Freundin.“

„Sprich diese Affirmation, dann kommt das mit der Selbstliebe von ganz allein.“

„Selbstliebe fängt im Kopf an.“

Nicht nur, dass dadurch Druck aufgebaut wird, wir bekommen auch das Gefühl, wir könnten Selbstliebe nicht richtig machen. Wieder etwas, an dem wir scheinbar scheitern.

Dabei wolltest du dich einfach nur gut fühlen.
Dich selbst wertschätzen.
Ein gutes Vorbild für deine Kinder sein.

Doch diese Routinen, Tipps und Hacks erschöpfen dich eher, als dass sie dich mit dir selbst in Kontakt bringen. Irgendwie funktioniert das bei dir nicht. Und das liegt nicht an deinem Willen.

Ein Perspektivwechsel

Ich sage dir nicht, was du noch tun kannst. Du weißt schon genug. Ich möchte dir nur den Druck rausnehmen.
Denn das Wort Liebe macht Druck.
Liebe ist etwas, das wir schlecht greifen können. Etwas, das wir durch Disney, Serien und Bücher mit einem extrem hohen Wert assoziieren.

„Liebe auf den ersten Blick.“

„Schmetterlinge im Bauch.“

„Die Magie des ersten Kusses.“

All das erschafft unglaublich hohe Erwartungen, nicht nur an partnerschaftliche Liebe, sondern auch an das Wort selbst. Woher sollen wir wissen, wie Selbstliebe sich anfühlt? Wir schauen in den Spiegel und nur weil wir keine Schmetterlinge im Bauch haben, wenn wir uns ansehen, geben wir innerlich auf.

Selbstliebe scheint schwer und seien wir ehrlich:

Als Mama haben wir schon genug schwere Themen.

Meine eigene Geschichte

Ich dachte lange, wenn ich mich zurecht mache und schminke, dann tue ich das nur fürs Außen.
Ich dachte, Selbstliebe und radikale Selbstakzeptanz, würde bedeuten, die Masken abzulegen.
Also ließ ich Make-up, Mascara und Co. weg.

Mein Messy-Mom-Bun wurde mein Alltag. Dazu natürlich die Attitüde, dass ich mich für nichts und nieMANNden schön machen muss, um geliebt zu werden. 

Mein Blick darauf änderte sich an einem Nachmittag, als ich am Spiegel vorbeilief, dem Spiegel mit den fettigen Handabdrücken der Kinder. Ich erkannte mich nicht wieder. Nicht, weil ich verwahrlost aussah. (Ja gut, vielleicht ein bisschen…) Sondern, weil ich mich so lange nicht wirklich betrachtet hatte.

Ich hatte mich selbst als selbstverständlich gesehen und mir keine Aufmerksamkeit geschenkt. Und was passiert mit einer Pflanze, der man keine Aufmerksamkeit schenkt?

Entweder sie verblüht, ohne dass wir ihre Blüte gewürdigt haben, oder sie vertrocknet.

Was Selbstliebe für mich bedeutet

Für mich bedeutet Selbstliebe:

• mich wahrzunehmen

• mir Aufmerksamkeit zu schenken

• mich einzucremen

• mir Zeit im Bad zu erlauben

• mir selbst in die Augen zu schauen

Für mich bedeutet Selbstliebe auch:

• Kleidung zu tragen, die ich schön finde, nicht nur bequem und praktisch

• nicht nur die Reste der Kinder zu essen

• Dinge zu tun, die mir Freude machen

Aber Selbstliebe kann für dich etwas völlig anderes bedeuten.

Und genau das ist der Punkt.

Es gibt kein allgemeingültiges Rezept. 

Diese ganzen Anleitungen für Selbstliebe sind nicht individuell. Jeder Mensch ist anders. Jeder braucht etwas anderes.
Ich tue mich bis heute schwer mit dem Wort „Selbstliebe“. Mit „Selbstwertschätzung“ komme ich besser zurecht.
Ich würde sogar sagen:

Ich wäre mittlerweile gern mit mir befreundet.

Und vielleicht ist genau diese Erkenntnis wertvoller als jedes Mantra.

Was Human Design für mich verändert hat

Für mich hat sich alles verändert, als ich verstanden habe, was ich individuell brauche. Human Design hat mir dieses Verständnis geschenkt. Das Wissen über meine Chart hat mir ein Stück weit die Erlaubnis für meine Bedürfnisse gegeben. Und ja, die brauchte ich.

Ich brauchte es schwarz auf weiß:

• dass ich Pause brauche

• dass ich Rückzug brauche

• dass ich viel von außen aufnehme

• dass ich Zeit brauche, um wieder bei mir anzukommen

Human Design hat mir nicht gezeigt, wer ich sein soll. Sondern wie ich angelegt bin. Ohne dieses Wissen konnte ich Selbstliebe nicht greifen. Ich war zu weit von mir entfernt.

Heute

Heute kümmere ich mich um mich, wenn ich erschöpft bin. Ich weiß, wo ich Grenzen ziehen darf. Ich vergleiche mich nicht mehr mit anderen Mamas, weil sie nicht so sind wie ich.

Auch wenn ich das theoretisch vorher wusste, kam die Akzeptanz erst durch das Verständnis unserer Individualität. Ich weiß jetzt, wie ich Mama sein kann und gleichzeitig ich selbst bleibe.

Meine Kinder lernen keine Rolle kennen, sondern mich als Person.
Und genau das schafft echte, authentische Verbindung.

Vielleicht ist Selbstliebe für dich gerade noch ein großes Wort. Vielleicht ist Verständnis für dich selbst gerade greifbarer?

Wenn du dich selbst besser kennenlernen möchtest und neugierig bist, was Human Design dir über deinen eigenen Rhythmus zeigen kann, begleite ich dich gern in einem persönlichen Reading.

Deine Wega

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“Alles nur ein Übergang”