Hochsensibilität und Human Design

Mehr als nur ein „Sensibilchen“

„Zu empfindlich“, „zu unbequem“, „Bei dir kann man sich aber auch gar keinen Scherz mehr erlauben“

Das sind Sätze, die ich mehr als einmal gehört habe.

Heute weiß ich, dass ich als Projektorin einfach sehr feinfühlig bin und super viel wahrnehme. Ich spüre mehr, als gesagt wird, ich sehe mehr, als gezeigt wird, und ich fühle jede Emotion, die im Raum ist.

Human Design hat mir gezeigt, dass ich als Projektorin einfach nicht so ticke wie 70 % der anderen Menschen. Es ist also nicht verwunderlich, dass ich mich jahrelang irgendwie „anders“ gefühlt habe.

Sind alle ProjektorInnen Hochsensibel?

Viel zu fühlen und viel wahrzunehmen macht aus einer Projektorin jedoch noch lange keine hochsensible Person (im Folgenden HSP).

Hochsensibilität ist eine Neurodivergenz, zugegebenermaßen eine etwas umstrittene, da sie häufig nicht allein auftritt und auch Menschen mit ADHS, Autismus und AuDHS zeitgleich hochsensibel sein können.

Nun sind schätzungsweise 15–20 % der Weltbevölkerung HSP und 20–22 % der Weltbevölkerung ProjektorInnen. Ich persönlich finde das schon ziemlich deckungsgleich.

Bei HSP wird eine sogenannte „Reizfilterschwäche“ beschrieben, was bedeutet, dass externe Reize vom Nervensystem ungefiltert aufgenommen werden und es letztendlich überfordern.

Bei ProjektorInnen ist es so, dass ihre Aura zum einen nach außen gerichtet ist und energetisch in andere Menschen eintaucht; sie nehmen andere Menschen also intensiv wahr. Kommen dann noch offene Zentren in der Chart hinzu, nehmen sie nicht nur die Energie wahr, sondern potenzieren sie in ihrem eigenen System um das Dreifache.

Heute zeige ich dir, welche Aspekte in deiner Chart mich an eine Hochsensibilität denken lassen.

Übrigens machen nicht alle Aspekte einzeln für sich dich hochsensibel, aber sie können ein Hinweis darauf sein, dass eine Hochsensibilität vorliegt. Ich stelle in meiner Begleitung keine Diagnosen, aber ich schaffe Verständnis für die Herausforderungen in deinem Leben.

Hast du deine Chart schon berechnet? Klicke hier auf den Link, dort kannst du sie kostenlos anschauen.

Human Design Typen

Im Human Design gibt es zwei von fünf Typen, bei denen ich schneller an eine Hochsensibilität denke: ProjektorInnen und ReflektorInnen.

Diese beiden Typen können sehr intensiv und feinfühlig wahrnehmen. ProjektorInnen tauchen tief in ihr Gegenüber ein und lesen es, bevor überhaupt ein Wort gesprochen wurde. Je mehr Menschen zusammenkommen, desto mehr nehmen ProjektorInnen wahr und können dann schnell überfordert sein von all den unausgesprochenen Gefühlen und Problemen.

ReflektorInnen sind als Spiegel der Gesellschaft sehr empfänglich für die allgemeine Stimmung. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, können ReflektorInnen sich regelrecht krank fühlen, weil sie so fein spüren. Im Gegensatz zu ProjektorInnen haben ReflektorInnen eine sogenannte „Teflon-Aura“, das heißt, sie können alles aufnehmen, sind aber (aus Selbstschutz) auch durchaus in der Lage, Situationen „rückstandslos“ aus ihrem System zu spülen.

Das heißt jedoch nicht, dass die anderen drei Typen (GeneratorInnen, MGs und ManifestorInnen) nicht auch hochsensibel sein können, da jedes undefinierte/offene Zentrum wahrnehmend und feinfühlig ist. Aber dazu unten mehr.

Profil/Linien

4/6 Menschen mit dem Profil 4/6 sind meistens sehr, sehr feinfühlig und sensibel. In ihnen steckt diese Polarität aus der Suche nach intensiven Herzensverbindungen zu anderen Menschen (die 4. Linie auf der mentalen Seite) und zum anderen diese tiefe Körperweisheit (die 6. Linie auf der Körperseite), die immer wieder auf Abstand gehen muss, um den Überblick zu behalten und zu reflektieren.

Die 6. Linie spürt mehr, sieht mehr und nimmt mehr wahr. Auch zwischenmenschliche Interaktionen können da bis ins Kleinste seziert und hinterfragt werden. So etwas schlägt sehr schnell aufs Gemüt und aufs Nervensystem. Dem liegt diese ständige Suche nach dem „Mehr“ zugrunde, nach dem höheren Sinn und der Weite des Lebens.

Zentren

Alle offenen Zentren nehmen Energie von außen auf und verstärken diese. Wenn aber die folgenden Zentren undefiniert/offen sind, denke ich besonders an eine Hochsensibilität. Ich möchte vorher unbedingt noch anmerken, dass jedes offene/undefinierte Zentrum das größte Wachstums- und Entwicklungspotenzial mit sich bringt.

Krone/Ajna – „Gedankenflut“

Gerade Menschen mit einem offenen Kronenzentrum und einem offenen Ajna sind sehr empfänglich für mentalen Druck, Gedanken, Inspiration und Ideen, die von außen permanent auf sie einprasseln. Je mehr Trubel um einen herum ist, desto schneller überreizt das System. Häufige Folgen, unter denen HSP dann leiden, sind Kopfschmerzen, Brainfog und Migräne. Körperliche Beschwerden lass bitte immer auch ärztlich abklären.

Vor allem Mütter tragen diesen immensen Mental Load sowieso schon, und bei hochsensiblen Müttern führt dies auf einem ganz anderen Level zu einer mentalen Erschöpfung, da sie permanent die Reize und Informationen verarbeiten müssen, die zum alltäglichen Leben noch dazukommen.

Ruhe in einen überreizten und überstimulierten Kopf zu bekommen, wenn man Kinder ins Leben begleitet, kann zu einer Herkulesaufgabe werden. Denn dazu gesellen sich ja häufig noch die ganzen negativen Glaubenssätze wie „Ich bin einfach zu empfindlich“ etc., und anstatt auf unsere Grenzen zu hören, machen wir noch mehr, um diese „Empfindlichkeit“ zu kompensieren.

Milzzentrum – „Mitfühlen oder Mitleiden?“

Das Milzzentrum ist sozusagen unsere körpereigene Gesundheitszentrale und direkt mit unserem Immunsystem verbunden. Menschen mit einem offenen Milzzentrum sind nicht nur sehr feinfühlig für den Gesundheitszustand ihres Gegenübers (nicht ohne Grund zieht es vor allem sie in die Gesundheitsbranche, denn sie sind ausgezeichnete ÄrztInnen und PflegerInnen), sie spüren auch, ob unser gesellschaftliches System „gesund“ ist oder eben nicht. Kollektive Ängste wirken sich direkt auf die körperliche Gesundheit von Menschen mit einem undefinierten Milzzentrum aus.

Ich selbst habe auch ein offenes Milzzentrum und nehme jeden Infekt mit, den meine Kinder haben. Jahrelang habe ich mich gefragt, warum es Mütter gibt, die scheinbar nie krank werden … Heute vermute ich, dass diese Mütter oftmals ein definiertes Milzzentrum haben.

Denn gerade hochsensible Mütter werden häufig mit ihren Kindern krank. Ein einfacher Infekt mit drei Kindern zieht sich dann gerne mal über drei bis vier Wochen, bis alle (einschließlich der Mutter) wieder fit sind. Was das an mentalem Stress mit sich bringt, wegen sozialer und beruflicher Verpflichtungen, muss ich, glaube ich, nicht weiter ausführen.

Emotionszentrum – „Emotionaler Empath“

Das Emotionszentrum ist das neueste unserer neun Energiezentren. Menschen mit einem undefinierten Emotionszentrum nehmen die emotionalen Wellen ihres Gegenübers auf und verstärken diese bis zu dreimal so stark. Dass diese Wellen uns mitreißen und überschwemmen und wie sich das auf unser ohnehin angespanntes Nervenkostüm auswirkt, kannst du dir vielleicht denken.

Die große Herausforderung ist es also, diese emotionalen Wellen „reiten“ zu lernen und sich nicht von ihnen überrollen zu lassen. Als HSP ist es besonders herausfordernd, da die Reizfilterschwäche es schwierig macht zu unterscheiden, welche Gefühle zu einem gehören und welche von außen aufgenommen sind.

Gerade Kinder, die aus der Kita oder der Schule abgeholt werden, sind dazu gezwungen, den Großteil ihres Tages in einem Raum zu verbringen und mit unzähligen emotionalen Wellen der anderen Kinder umzugehen. So etwas muss das kleine Nervensystem erst mal verarbeiten.

Es verwundert also nicht, dass es zu einem kompletten Nervenzusammenbruch kommt, sobald wir unser Kind abgeholt und das Kita-Gelände verlassen haben. Und dafür braucht es nicht mal einen konkreten Auslöser …

Kanäle

Es würde hier zu tief gehen, in die einzelnen Kanäle einzutauchen, doch es gibt sie, diese festgelegte Energie in uns, die uns besonders feinfühlig und sensibel auf uns und unsere Umwelt reagieren lässt. Diese Kanäle brauchen ihre Feinfühligkeit, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Wenn wir uns zum Beispiel den Kanal 19–49 anschauen, dann wird dieses Feingefühl für die Bedürfnisse unserer Gemeinschaft benötigt, denn sonst könnten wir nicht erkennen, was es braucht, um Veränderung herbeizuführen oder Brücken zu bauen.

Und so gibt es ein paar Kanäle, die diese Feinfühligkeit und Empathie in sich tragen, nicht ohne Grund, nicht ohne Aufgabe!

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt: Da war einiges dabei, das du kennst. Deine Sensibilität ist kein Fehler im System, sie ist ein Teil deines Designs. Mit dem richtigen Verständnis wird sie von der Last zu deiner Stärke.

Wir bringen keine Veränderung, wenn wir in unserer Komfortzone sind. Und nachhaltige Veränderung braucht Menschen, die mutig und sensibel zugleich sind.

Du willst wissen, was davon in deinem Design steckt und was es für deinen Alltag mit deinen Kindern bedeutet? In einem Reading schauen wir gemeinsam auf deine Chart, und du bekommst Verständnis für das, was du bisher einfach ausgehalten hast.

Deine Wega

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